Gerade jüngere Zielgruppen informieren sich zunehmend über die Social-Media-Profile von Arbeitgebern. Eine professionelle und authentische Präsenz zahlt sich also langfristig aus.
Wieso “Social Recruiting” für ambulante Pflegedienste Sinn ergibt
Authentische Einblicke erhöhen das Vertrauen und die Bereitschaft, sich zu bewerben. Gerade junge Menschen informieren sich häufig zuerst in den sozialen Medien, bevor sie eine Bewerbung verschicken. Für den organischen Aufbau entstehen deinem Pflegedienst keine Kosten. Mit einzelnen Ads, also beworbenen Beiträgen, kannst du die Reichweite ggf. noch erhöhen und sie gezielt nach Region, Alter, Qualifikation oder Interessen ausspielen lassen.
Welches Netzwerk eignet sich wofür - und für wen?
Instagram: Alltag in Bildern und Reels
Instagram hat eine hohe Reichweite bei Nutzern verschiedener Altersgruppen. Die Plattform ist ideal für kurze Videos (Reels) und Story-Formate. Damit eignet sich Instagram perfekt, um den Arbeitsalltag oder die Teamkultur zu präsentieren.
Lade zum Beispiel kurze Filme zum Thema „Unterwegs mit …“ hoch, stelle dein Team vor oder zeige deinen Pflegedienst „hinter den Kulissen“.
Tipp: Da Videos oft automatisch ohne Ton abgespielt werden, solltest du nach Möglichkeit Untertitel verwenden. Außerdem hilft ein „Call to Action“, beispielsweise ein Link zum Bewerbungsformular.
Facebook: Lokale Gruppen und Bewerber Ü30
Facebook ist vor allem für die „ältere“ Zielgruppe interessant. Neben Stellenanzeigen oder Erfahrungsberichten von Mitarbeitenden auf deinem Profil hast du hier auch die Möglichkeit, Facebook-Gruppen beizutreten und dort Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Bei Bedarf kannst du auch auf Facebook Ads anlegen und dadurch deine Reichweite erhöhen.
TikTok: Reichweite bei Gen Z und kreative Kurzvideos
TikTok hat eine hohe Reichweite, ohne dass du dafür Werbung schalten musst. Gerade bei jungen Leuten – also auch beim Pflegenachwuchs – ist die Plattform sehr beliebt. Zeige dort beispielsweise Einblicke in deinen Pflegedienst und lasse auch mal deine Auszubildenden zu Wort kommen. Eine Prise Humor findet hier auch ihren Platz. Vielleicht eignet sich auch der ein oder andere TikTok-Trend für deinen ambulanten Pflegedienst.
Tipp: Bleibe authentisch. Ehrlichkeit kommt besser an als lang durchdachte und korrigierte Drehbücher.
LinkedIn: Fachkräfte und Professionals
LinkedIn ist vor allem für (hoch)qualifizierte Fach- und Führungskräfte sowie Bewerber mit viel Berufserfahrung geeignet. Die Plattform kann für Stellenanzeigen, Employer Branding oder den Netzwerkaufbau genutzt werden. LinkedIn wächst als HR-Kanal kontinuierlich.
Poste dort beispielsweise Stellenanzeigen mit klaren Benefits, Fachbeiträge (z. B. zu Fortbildungsmöglichkeiten) oder Mitarbeiterstories, die den Karriereweg in den Fokus rücken.
YouTube: Kurze und lange Videos
YouTube-Videos sind suchmaschinenfreundlich, daher kannst du hier deine Reichweite gut steigern. Außerdem ist YouTube nach wie vor bei allen Altersklassen beliebt. Neben den „YouTube Shorts“, also kurzen Videos, die den Instagram Reels ähneln, kannst du hier auch die klassischen, ausführlichen Videos hochladen. Dazu gehören zum Beispiel längere Eindrücke aus dem Arbeitsalltag oder Interviews mit Mitarbeitenden.
Achtung: Datenschutz nicht außer Acht lassen
Bevor du Bilder oder Videos hochlädst, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Du darfst Aufnahmen deiner Klienten nur mit deren Einwilligung veröffentlichen. Am besten ist es, wenn diese Einwilligung schriftlich festgehalten ist.
Zudem sind Gesundheitsdaten äußerst sensibel zu behandeln. Achte also darauf, dass keine solchen Daten auf deinen Kanälen landen, zum Beispiel, wenn ein Diensthandy zu sehen ist.
Fazit: Social Media ist mehr als ein “nettes Extra”
Gerade in der ambulanten Pflege kann Social Media ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Personalgewinnung sein. Wer es schafft, authentische Einblicke in den Pflegealltag zu geben, Mitarbeitende sichtbar zu machen und echten Mehrwert zu bieten, baut Vertrauen auf und gewinnt passende Bewerber. Dabei ist es wichtig, nicht auf Hochglanz, sondern auf Authentizität und Nähe zu setzen.
Ambulante Pflegedienste, die ihre Social-Media-Präsenz strategisch planen, regelmäßig pflegen und gezielt für das Recruiting nutzen, können sich langfristig als attraktive Arbeitgebermarke positionieren, auch im Wettbewerb um knappe Fachkräfte. Dabei sind kleine, konsequente Schritte oft wirkungsvoller als aufwendige Kampagnen. Wer sichtbar, sympathisch und glaubwürdig ist, kommt an.
Quellen und weiterführende Links
MEDIA PERSPEKTIVEN. (o. D.). Detailseite-ARD_ZDF-Medienstudie 2024. MEDIA PERSPEKTIIVEN. https://www.media-perspektiven.de/publikationsarchiv/detailseite-2024-1/ard-zdf-medienstudie-zahl-der-social-media-nutzenden-steigt-auf-60-prozent
Social Media Marketing in der Pflege | Leitfaden. (o. D.). https://carerockets.com/de/ratgeber/social-media-pflegebranche
Recruiting-Trends in der Pflege 2024 – softgarden. (2025, 20. März). softgarden. https://softgarden.com/de/magazin/blogartikel/recruiting-trends-in-der-pflege-2024/
Scholz, Y. (2025, 20. Oktober). Pflegekräfte: Erfolgsstrategien fürs Recruiting in 2025. Wollmilchsau Jobspreader. https://wollmilchsau.de/blog/pflegekraefte-recruiting/











